WINTER IN ISLAND

von Melina Keil

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Island, das Land der Elfen, Vulkane, Nordlichter und Islandpferde. Schon lange stand dieses einzigartige Land auf meiner Reisewunschliste. Das meine erste Reise aber in den isländischen Winter fällt, hätte ich eher nicht gedacht.

Wir, wollten nach Island, Polarlichter sehen und dieses wunderschöne Land erkunden von dem jeder so schwärmt und wir schon viele schöne Bilder gesehen haben. Ende Februar sollte es los gehen. Da es im isländischen Winter des öfteren zu Wetterbedingten Straßensperrungen kommen kann, waren wir uns erst unsicher ob es wirklich sinnvoll ist eine Route der Ringstraße entlang zu planen. Aber nur den Süden wollten wir auch nicht sehen, also spielten wir auf Risiko.

Die Wochen vor der Abreise zitterten wir ganz schön. Fast täglich gab es neue Schneestürme in Island und meistens wurde auch die Ringstraße zu großen Teilen gesperrt. Das Glück war aber auf unserer Seite und so war ein letzter kleiner Schneesturm, an unserem ersten Tag vor Ort, der vorerst letzte für die nächsten zwei Wochen.

Wir starteten von Reykjavik zur Snaefellsnes Halbinsel und vor dort an immer im Uhrzeigersinn der Ringstraße entlang. In 12 Tagen konnte wir Island ganz entspannt umrunden. Wir suchten uns entlang der Route, meist über Airb’n’b, Unterkünfte für immer ein bis zwei Nächte. Da Island sehr teuer ist, kochten wir meistens selbst.

Auf dem Flug saß neben mir ein isländischer Kapitän der mich und meine Freunde am Ende zu sich in den Norden auf sein Boot einlud. Wir tauschten die Nummern und schon drei Tage später treffen wir ihn wieder ganz im Norden bei Siglufjördur. Leider hat sich das Wetter noch immer nicht ganz beruhigt, weshalb wir auf dem Fjord bleiben mussten. Es war dennoch ein schöner Ausflug und wir waren ganz angetan von der freundlichen und spontanen Art der Isländer. Und da wir auf den Geschmack gekommen sind, Islands Fjorde per Boot zu entdecken, ging es am nächsten Tag bei Dalvik auf Whalewatching Tour.

Schon als der erste Wal in der Ferne seine Schwanzflosse aus dem Wasser zeigte, machte mein Herz einen hüpfer. Als er später direkt an unserem Boot auftauchte und wir für einen kurzen Moment in sein Auge blicken konnte, war ich verliebt. Verliebt in diese gigantischen Meeresriesen.

Hier im Norden trafen wir kaum auf andere Touristen und auch im Osten blieb es sehr einsam. So konnten wir, einen der vielen Hotpools, ganz für uns genießen. Bei er weiterfahrt konnten wir noch mehrere Herden von wilden Rentieren entdecke. Da ich hier in Island gar keine Rentiere erwartet hätte, war es umso mehr ein Highlight.

Die raue und wunderschöne Landschaft zog an unserem Autofenster vorbei. Wir hielten überall wo es uns gefiel auf unserem Weg nach Höfn. Hier erkundeten wir die Gegend ums Vestrahorn und einige etwas unbekanntere Gletscher bevor wir weiter im Süden die allbekannten Spots anfuhren.

Keine Frage, der Süden hat viele Landschaftliche Highlights wie atemberaubende Wasserfälle und wunderschöne Gletscher. Dementsprechend scheint er auch die beliebteste Ecke in Island zu sein. Nachdem wir diese Ruhe und Magie die letzten Tage im Norden und Osten genießen konnten, wurde hier im Süden das Bild von Island getrübt. Es ist ohne Frage wunderschön hier, aber so richtig genießen konnten wir es nicht mehr. Also entschieden wir uns, den Vorteil unseres Geländewagens mit Spikes zu nutzen und noch einen kleinen Abstecher ins Landesinnere zu machen. Wir fuhren zum Haifoss und waren wieder ganz für uns. Nur wir und ein unheimlich starker Wind gegen den wir kaum ankamen und dennoch wieder einer dieser magischen Momente als die Sonne langsam unter ging.

Wir klapperten die letzten zwei Tage noch die bekannten Sehenswürdigkeiten im Süden ab, aber unser Herz hat Island an den einsamen Orten berührt. Glücklich über die Entscheidung nicht nur den Süden besucht zu haben sondern einmal um Island rum zu fahren. Natürlich gehörte da auch wetterbedingt einfach etwas Glück dazu.

Ach ja die Polarlichter, der Hauptgrund für unsere Reise zu dieser Jahreszeit. Wir haben welche gesehen, aber nur sehr schwach und mit dem bloßen Auge nur als weiße schliere zu erkennen. In meiner Vorstellung habe ich mir das magischer vorgestellt, was es vielleicht bei einer höheren Intensität auch ist (wir hatten nur Stufe 2). Vielleicht bekomme ich wann anders noch einmal die Chance auf richtig intensive Polarlichter.

Ich möchte wieder kommen, am liebsten dann im Sommer, um noch mehr vom Landesinneren und auch die Westfjorden zu erkunden.

Für die Fotos von mir, ist mein lieber Kollege Maik verantwortlich!


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MELINA KEIL

Melina ist passionierte Weltenbummlerin, Tierliebhaberin und Fotografin. Sie ist gerne draußen in der Natur, am liebsten zusammen mit ihrem Pferd oder mit der Kamera auf Entdeckungstour. Mit der Fotografie möchte sie Geschichten erzählen und Erinnerungen für die Ewigkeit schaffen.

www.bergzumeer.de