WANDERN IM ELBSANDSTEINGEBIRGE

von Isabel

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Fernweh ganz nah: Wandern im Elbsandsteingebirge 

Eigentlich bin ich ein Stadtkind, in Berlin geboren und aufgewachsen. Und vielleicht verliebe ich mich genau aus diesem Grund immer wieder unsterblich in die Natur und ihre unglaublichen Landschaften. Das absolute Gegenteil zur Stadt. So war es auch vor drei Jahren, als ich nach Dresden gezogen bin und schnell die Nähe der Elb-Stadt zum Elbsandsteingebirge schätzen gelernt habe.

Das Elbsandsteingebirge ist ein Mittelgebirge an der Elbe, das vom Süden Sachsens bis in den Norden Tschechiens reicht. Es besteht aus einer Vielzahl an unterschiedlich hohen und unterschiedlich geformten Sandsteinfelsen, zwischen denen sich mal dichte Wälder oder mal weite Wiesen erstrecken und das durchzogen ist von unzähligen Wanderwegen und Klettersteigen.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich das erste Mal im Schatten der Bäume durch die Sandsteine gestiefelt bin. Ich erinnere mich, wie ich die unzähligen Treppen verflucht habe, die kein Ende zu nehmen schienen, bis ich endlich oben auf den Felsen stand. Ich erinnere mich an das unglaubliche Gefühl, dort zu stehen, den Wind um die Nase und über einem Meer aus Bäumen und Felsen. 

Seit dem nutze ich meine freien Tage immer wieder dazu, um das Elbsandsteingebirge zu erkunden. Für mich ist es ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag geworden und eine Möglichkeit, ganz in der Nähe mein Fernweh nach Landschaften und neuen Orten zu stillen. Wer etwas mehr Ruhe genießen möchte, startet vor allem im Sommer am besten früh morgens, wenn noch nicht so viele Menschen dort unterwegs sind. Aber auch tagsüber, wenn die Fähren über die Elbe mit Menschen überfüllt sind, verteilen sich die Massen schnell über die zahlreichen Wanderwege in alle Himmelsrichtungen.

Die Sächsische Schweiz hat eine Vielzahl unglaublich schöner Aussichten und Rastplätze zu bieten und egal, welche Route man entlang wandert, entdeckt man unterwegs immer wieder Ausblicke über endlose Wälder und wirklich atemberaubende Felsformationen! Ich war vom ersten Moment an verliebt!

Wenn ich gerade nicht losziehen kann, liebe ich es, mich mit meinem Morgenkaffee an den Tisch zu setzen und nach neuen Wanderwegen und Routen zu suchen. Ich stöbere in meinen Wanderkarten und versuche neue Ecken im Elbsandsteingebirge zu entdecken. Denn, um sein Fernweh zu stillen, muss man, meiner Meinung nach, nicht jedes Mal weit fahren oder in ein anderes Land fliegen. Manchmal findet man ganz in der Nähe wunderschöne Gegenden und Orte, die man zuvor noch nicht kannte und die es zu entdecken gilt.

So haben wir uns zum Beispiel einmal einfach unser Zelt, Schlafsäcke und den Campingkocher geschnappt, sind die halbe Stunde ins Elbsandsteingebirge gefahren und haben dort unser Wochenende verbracht. Auf dem Campingplatz an der Ostrauer Mühle, unter Bäumen und direkt am Ufer des kleinen Flusses haben wir dann unser Zelt aufgeschlagen. Während wir tagsüber durch die Sandsteine wanderten, haben wir es uns abends mit Rotwein und Nudeln vom Campingkocher gemütlich gemacht und hatten das Gefühl ganz weit weg, in unserem eigenen kleinen Abenteuer zu sein.

Ob ein ganzes Wochenende oder nur einen Nachmittag lang: Für mich sind meine Ausflüge ins Elbsandsteingebirge wie kleine Auszeiten, in denen ich dem Alltag einen Moment entfliehe und meine Sehnsucht nach neuen Orten, dem Entdecken und der Natur zu stillen. Wenn ich dann dort durch den Wald und über die Felsen wandere, bin ich für den Augenblick ganz bei mir. Ich höre meine Schritte auf dem Waldboden, das Rascheln der Blätter und den Wind. Fernab von der Stadt, von Verkehrsstau, Straßenbahnen oder Fluglärm. Wenn ich dann eine der Aussichten hoch oben auf den Felsen erreicht habe, bin ich jedes Mal wieder überwältigt von der Schönheit der Natur. Ich staune welche unglaublichen Orte die Welt für uns bereithält und wie glücklich wir uns schätzen können, ein kleiner Teil des Großen und Ganzen zu sein.


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ISABEL

Isabel ist eigentlich waschechte Berlinerin, wohnt und studiert allerdings nun in Dresden. Das Fernweh, das sie immer wieder auf Reisen und in fremde Länder zieht, stillt sie zwischendurch auch immer wieder auf ihren Ausflügen durch das Elbsandsteingebirge. Eine Wanderung dort ist für sie wie eine kleine Auszeit vom Alltag und hoch oben auf den Felsen zu stehen, verschlägt ihr immer wieder die Sprache. Sie liebt es, neue Orte zu entdecken, egal ob weit weg oder ganz nah, weil ihr das immer wieder zeigt, wie wunderbar und besonders unsere Welt ist.

www.venividiwander.wordpress.com