OH WIE SCHÖN IST PANAMA

“Oh wie schön ist Panama”

Trotz Kindheitserinnerungen an den kleinen Bären und Tiger von Janosch hatte ich Panama nicht wirklich auf meinem Reise- und “Da will ich unbedingt hin”- Radar. Erst als meine Cousine mir Anfang 2016 vorschlug gemeinsam dorthin zu reisen beschäftigte ich mich näher mit dem südamerikanischen Land welches Costa Rica und Kolumbien verbindet. Meine Flüge waren schnell gebucht. Leider musste meine Cousine aus gesundheitlichen Gründen knapp zwei Monate vorher wieder absagen und so wurde es eine Solo-Reise. Eine, für mich, ziemlich aufregende, denn trotz einiger Alleinreise-Erfahrungen waren dreieinhalb Wochen Südamerika doch eine größere Hausnummer.

Die ersten Nächte verbrachte ich in einem Hostel in Casco Viejo, der Altstadt von Panama City. Hier ließ es sich wunderbar ankommen und akklimatisieren. Ich empfehle einen ausgedehnten Spaziergang mit Kaffee Pausen durch die vielen bunten Gassen des historischen Viertels und entlang der Promenade mit Blick auf das Meer und auf die durch Hochhäuser geprägte Neustadt. Verlässt man die fast gemütliche Altstadt findet man sich schnell im Trubel und Verkehrschaos von Panama Stadt wieder. Eine sehr abenteuerliche aber schöne Busfahrt führte mich zum Parque Metropolitan, wo es saftiges Grün, exotische Pflanzen und eine tolle Aussicht gab.

Next Stop: drei Tage San Blas. 365 kleine paradiesische Inseln im karibischen Meer. Für jeden Tag im Jahr eine. Auf komplett eigene Faust anzureisen ist wohl machbar aber ich entschied mich für eine Tour inkl. Jeeptransfer, Bootsfahrt, Unterkunft, Verpflegung und Tagestouren zu anderen Inseln. Kein Netz, kaum Strom, kaum fließendes Wasser, einfache Holzhütten, Reis und Kochbananen zu jeder Tageszeit. Ach ja, Rum gabs auch. Gehört sich doch so auf fast einsamen Inseln oder? Statt Robinson Crusoe leben hier die “Kunas” - ein indigenes Volk welches die Inseln autark verwaltet. Auch drei Jahre später träume ich noch von dem türkisblauem, kristallklaren Wasser, Seesternen und bunten Fischen beim Schnorcheln, feuerroten Sonnenuntergängen, rauschenden Palmenblättern, frischen Kokosnüssen zum Frühstück und sternenklaren Nächten mit Gitarrenklängen und tollen Gesprächen.

Zurück in Panama Stadt ging es mit dem Nachtbus quer durchs Land nach Bocas del Toro, ebenfalls eine Inselgruppe im karibischen Meer. Auf der Hauptinsel hab ich mich überhaupt nicht zurecht gefunden und wohl gefühlt, so musste ich umplanen und landete auf einer der umliegenden Inseln, der Isla Solarte - schon besser. Von hier unternahm ich einige Wanderungen durch den Dschungel, erkundete mit Taxi Booten die anderen Inseln und orientierte mich ansonsten am heimischen Faultier.

Ich empfand Panama als sehr backpacking freundlich. Zwar war es preislich ähnlich teuer wie Costa Rica und nicht so günstig wie Kolumbien aber die Verkehrsanbindungen mit Bussen und Booten waren gut und es gab Unterkünfte für alle Ansprüche (welche ich übrigens immer erst spontan ein bis zwei Tage vorher gebucht habe). Ich habe mich immer wohl gefühlt und wenn ich nicht weiter wusste waren alle freundlich und hilfsbereit. Spanisch ist, besonders beim verhandeln von Taxifahrten, sehr hilfreich, ich habe es aber auch mit absoluten Grundkenntnissen irgendwie geschafft.

Nach einigen Tagen in Bocas fuhr ich mit einem Bus ins Landesinnere. Mein Ziel: das Lost and Found Hostel. Ich wurde irgendwo im Nirgendwo abgesetzt und musste den Rest über einen kleinen Pfad zu Fuß gehen. Es gab keine Möglichkeit mit dem Auto oder sonst irgendwie zu dem Hostel zu kommen, was ich toll fand. Junglefeeling at it´s best. Hier war es deutlich kühler als bisher, was ich ebenfalls sehr genoss. Man konnte toll wandern und in der Hängematte hoch oben den Ausblick über das Hochland genießen.

Der nächste logische Stop war Boquete, ebenfalls im Landesinneren, ebenfalls Hochland und bekannt für die vielen Kaffeeplantagen. Der Besuch einer solchen ist für mich ein Muss, besonders wenn man wie ich sehr gerne Kaffee trinkt und bis dato nicht wirklich eine Ahnung hatte wie Kaffee überhaupt angebaut wird. Die Gegend rund um Boquete und die kleine Stadt selbst fand ich toll. Allerspätestens dort war ich fasziniert von der Natur Panamas, dem saftigen Grün, exotischen Pflanzen und den vielen Wasserfällen.

Weiter ging es an die Pazifikküste, genauer Santa Catalina. Ich hatte mir mehr von dem bekannten Surferort erhofft, was weiß ich selbst nicht mehr genau. Ich verkürzte meinen Aufenthalt trotz Unterkunft am schwarzen Sandstrand, fantastischen Sonnenuntergängen und Meerblick. So ging es für die letzte Zeit doch nochmal nach Panama Stadt. Der Besuch des Panamakanals war ganz nett, ein Tagesausflug auf die Isla Taboga hingegen fantastisch. Hier würde ich das nächste mal mehr Zeit verbringen.

Alles in Allem kann ich sagen: Janosch hatte Recht. Panama ist wahnsinnig schön, abwechslungsreich und spannend. Ich habe viele Reisende getroffen und kennengelernt für die Panama zu Beginn nur Durchreiseland war und die dann doch viel länger blieben als geplant weil sie so überrascht waren.


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JULIA BREUER

Julia lebt in Köln und Fernweh ist ein ständiger Begleiter. Julias Reisen werden immer unter die Mission Fernweh stillen gestellt. Eine ganz besondere Mission hatte sie im vergangenen Sommer, dort reiste sie 4 Monate mit Van Wilma durch Europa. Seit dem Herbst hat sie einen eigenen kleinen Online Shop wo es viele schöne Fernwehbegleiter zu kaufen gibt.

www.juliaslieblinge.de