DÄNEMARK

von Anna Surma

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Raue Landschaften, sanfte Farben: Dänemark

Ich bin hier nicht geboren, habe hier nie gelebt, aber trotzdem fühlt sich Dänemark wie ein alt vertrautes Stückchen Heimat an. Als Kind verbrachte ich unzählige glückliche Sommerurlaube in dem freundlichen skandinavischen Land und diese Tradition setze ich als Erwachsene fort. Dabei beschränke ich mich aber längst nicht mehr auf die absolut unterschätzten Sommermonate, sondern halte meine Nase auch öfter mal im Winter in den kalten Meerwind. Dabei kann man auch den Frühling und den Herbst wunderbar dort oben verbringen. Versprochen!

Auf eine Lieblingsregion kann ich mich gar nicht festlegen. Und will ich auch noch gar nicht, denn obwohl ich großer Dänemark-Fan bin, muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nicht alles gesehen habe. Aber es gibt da ein paar Ecken, die ich euch empfehlen möchte:

Vestjylland

Die Region meiner Kindheit. Alles rund um den Ringkøbing Fjord kenne ich gefühlt wie meine Westentasche. Sei es der kleine Kiosk am Holmsland Klitvej, an dem ich schon als fünfjährige ein Eis gekauft habe oder die Dünen rund um Søndervig. Der Klitveij, die Küstenstraße 181 startet übrigens im Süden bei Varde und endet oben bei Hanstholm. Definitiv top Roadtrip-Material!

Die langen breiten Strände der Westküste, die sich erst oben in Nordjylland zu Steilküste wandeln, ziehen jedes Jahr schon eine Menge Touristen an, vor allem Deutsche. Das klingt jetzt erst mal gar nicht so doll, allerdings ist das erstens in Dänemark kein Problem, wenn man die Hotspots der Ferienorte umgeht und zweitens hat das den Vorteil, dass es unzählige süße Ferienhäuschen gibt. Die sind selbst in der Hauptsaison nicht unbezahlbar und in der Nebensaison kann man hier wirklich günstig eine charmante Unterkunft bekommen. Lasst euch nicht von Ferienhaussiedlungen verunsichern und abhalten, der große Teil dieser Siedlungen ist so gestaltet, dass die Häuschen auf weitläufigen Grundstücken stehen und ihr die Ruhe findet, die man sich von Dänemark verspricht.

Die langen Strände machen es einem dazu sehr leicht, anderen Urlaubern aus dem Weg zu gehen. Ihr werdet also nicht wie auf Mallorca Handtuch an Handtuch liegen müssen. Und ja, tatsächlich gibt es in Dänemark sehr beständige, warme Sommer. Am Strand sonnen und zur Abkühlung in die Nordsee hüpfen ist also wirklich drin.

Meiden würde ich bei der Unterkunftssuche Hvide Sande, das ist tatsächlich ziemlich überlaufen. Und weiter südlich, was streng genommen nicht mehr zur Ringkøbingregion gehört, liegt Henne Strand. Ebenfalls ein richtiger Touristenort. Auf ein Softeis (das können die Dänen wirklich gut) oder eine Pommes kann man aber selbstverständlich gerne in den beiden Örtchen vorbeischauen. Einen Besuch lohnt auch das Städtchen Ringkøbing selbst. Und auf den Straßen immer schön die Augen offen halten (das gilt auch für den Rest des Landes), denn Schilder auf denen Loppis steht, verweisen auf kleine urige Flohmarkthallen und auch die meisten Kunsthandwerker findet man, wenn man der Beschilderung an der Straße folgt. Da gibt es in Dänemark nämlich einige und die darf man nicht verpassen! Leuchttürme gibt es hier natürlich einige, aber Lyngvig Fyr ist einer der besonders schönen. Der dahinterliegende Strandabschnitt lohnt sich ebenfalls für einen kurzen Tagesausflug.

NORDJYLLAND

Folgt man der eben schon beschriebenen Küstenstraße 181 landet man in Nordjylland. Vorbei an Thorsminde und dem Nissum Fjord, hoch bis Thyborøn. Von dort aus könnt ihr entweder mit der Fähre übe den Limfjord setzen, oder ihr fahrt ein bisschen weiter südlich schon mal Richtung Osten, dann geht es auch durch das Landesinnere gen Norden.

Dänemarks nördlichster Punkt, Grenen bei Skagen, liegt auf der Höhe von Göteborg, mit der Fähre ist man von Hirtshals aus in nur zwei bis drei Stunden im norwegischen Kristiansand. Die Tatsache, dass man sich immer nördlicher befindet, spürt man auch: Die Küste wird noch rauer, teilweise sogar sehr steil und wenn man den Blick in die Weite schweifen lässt, hat man das Gefühl die Ostseeküste sehen zu können. Wenn ihr es schon bis hier oben geschafft habt, lohnt es sich definitiv auch bei Grenen an den Strand zu gehen. Dort trifft nämlich die Nordsee auf die Ostsee und man kann tatsächlich mit dem einem Fuß in in der Ost- und mit dem anderen in der Nordsee stehen. Ansonsten finde ich aber viele andere Strandabschnitte in Dänemark deutlich schöner (und ruhiger!) als diesen nördlichsten Punkt. Auch Skagen, das beschauliche kleine Städtchen ist einen kurzen Besuch wert. Ein weiteres hübsches Fotomotiv unweit der Stadt ist die Tilsandede Kirke. Von der ursprünglichen Kirche steht nur noch der Turm – das Kirchenschiff wurde zu Beginn des 19. Jahrhunders bereits abgerissen, aufgrund starker Versandung. Daher rührt auch der Name: Die versandete Kirche. Auch die Rubjerg Knude, eine Wanderdüne, darf bei einem Besuch nicht fehlen. Der dortige Leuchturm wird aller Wahrscheinlichkeit aber leider nicht mehr lange stehen, da er nach und nach ins Meer rutscht.

AARHUS

Wir hüpfen einmal rüber an die dänische Ostsee und landen in Aarhus. Mit 340.000 Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt Dänemarks nach Kopenhagen. In 2017 war sie Europäische Kulturhauptstadt – und das zu recht. Aarhus hat so so viel zu bieten! Von vielen kleinen Cafés über diverse Museen wie dem ARoS Aarhus Kunstmuseum und dem Musikhuset Aarhus bis hin zu einem Street Food Market. Wie in jeder Stadt gilt auch hier: Einfach mal durch die Straßen schlendern und sich ohne großen Plan treiben lassen. So entdeckt man am Ende ja doch die schönsten Ecken. Und im Grunde ist es auch egal wo ihr in Dänemark landet – gefallen wird es euch alle mal!


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ANNA SURMA

Anna kommt aus dem beschaulichen Münster und liebt es dort. Genauso so sehr liebt sie es aber neue und alte Orte zu entdecken, dabei schlägt ihr Herz besonders für Skandinavien. Erinnerungen sammelt sie am liebsten mit der Kamera aus dem Bulli heraus, deswegen muss auch schnellstens ein eigener her. Getestet hat sie das Vanlife schon mehrmals, zuletzt für acht Monate in Neuseeland. Da man das Kind zwar aus Westfalen bekommt, den Westfalen aber nicht aus dem Kind, ging es danach erstmal zurück nach Münster. Das ist nämlich auch viel näher an Dänemark – ihrer gefühlten zweiten Heimat.

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