von Fabian Stürtz

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Es war geplant 5 Nächte in Bangkok zu bleiben - so kam es dann auch - 3 Nächte im modernen Sukhumvit und im Anschluss noch 2 Nächte in einem wunderbaren kleinen Bed & Breakfast im Süden von Chinatown - ein altes, sehr schön restauriertes Haus in einer Seitenstrasse. Fest geplant war ein Besuch des grossen Palasts und des liegenden Buddhas - die Architektur war beeindruckend - nicht vergleichbar mit allem was ich bisher (ich war nie zuvor in Asien) kannte - leider war es aber auch sehr überlaufen und es hielt mich nicht lange dort - nach 3 Stunden waren beide Spots besucht und es ging ohne klares Ziel los ...

Egal wohin es mich zieht - ich finde meist eine normale Strasse , einen Hinterhof, einen Markt, einen Park etc. spannender als die klassischen Sehenswürdigkeiten. Das hat definitiv auch mit meiner Liebe für die Fotografie zu tun. In Deutschland habe ich die Kamera fast nur beruflich in der Hand - auf Reisen freue ich mich überrascht zu werden und mich einfach treiben zu lassen - meist komplett planlos- Fotos zu schiessen die nur meinen Ansprüchen genügen müssen. An jeder Ecke wird von Neuem entschieden welche Strasse die "richtige“ sein könnte - so kommt man am Tag schnell auf 20-25 Km. In einer derart grossen Stadt wie Bangkok mit unzähligen Strassen und kleinen Gassen ist man ständig zwischen dem Hochgefühl des Entdeckens und der Angst etwas zu verpassen - darum tendiere ich dazu Ecken die mir gefallen im Zick Zack zu erkunden - ausserdem ändert sich alles immer wieder weshalb ich Strassen auch gerne mehrfach durchlaufe. Man hat dort das Gefühl als würde das gesamte Leben im öffentlichen Raum stattfinden - kochen, essen und zu meiner Überraschung gehört auch schlafen fest zum Strassenbild .

Was mich die gesamte Zeit begeistert hat war die Offenheit der Menschen - ich hatte nur 2 Situationen in denen Menschen nicht fotografiert werden wollten - selbst diese Momente waren sehr nett. Nahezu jeder begegnet einem mit einem Lächeln und freut sich sichtlich wenn es erwidert wird. Ich hatte definitiv ein kleines High als ich dort unterwegs war :)

Es war toll zu sehen wie voll die Strassen sind und auch wenn man es zunächst als chaotisch empfindet hat alles eine Ordnung - es funktioniert - der Verkehr - die eigentlich viel zu vielen Menschen - es läuft rücksichtsvoll und nett. Natürlich neigt man auf Reisen zu etwas idealisierter Betrachtung aber das bessere Funktionieren als Gruppe wäre etwas das ich mir in Deutschland wünschen würde - mehr Gemeinschaft - weniger Egoismus und Ellenbogen.

Mein Tipp für euch: Einfach drauf los laufen - dort gibt es so viel zu entdecken - egal ob man 2 oder 10 Tage dort ist - einfach treiben lassen. Die Tempel sind absolut sehenswert aber man muss es nicht planen - es gibt so viele und besonders die kleineren waren kleine stille Oasen in diesem schönen Moloch.

Mein absolutes Highlight war Chinatown - beinahe jede Strasse hat mich begeistert und überall gibt es das verschiedenste Essen - alles ist sehr dicht beisammen. Viel war mir vollkommen fremd - einiges wollte ich definitiv nicht probieren (z.B. Hai). Besonders lecker war eine einfach Nudelsuppe mit Pekingente aber auch allerlei Frittiertes und Früchte - ein Gericht ist dort günstiger als ne Kugel Eis in Deutschland. Ich mochte dass man viele kleine Portionen bestellen und dadurch viel probieren konnte - nicht den Druck hat eine Wahl zu treffen und damit satt zu sein. So isst man schnell 3-4-5 verschiedene Sachen in einem Rutsch und kann geniessen wie Abwechslungsreich die Küche ist. Generell sind Restaurants dort kaum reizvoll - man stolpert quasi über endlose Strassenküchen - schaut den Leuten auf die Teller und erkennt schnell wo man kurz stoppen möchte.


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FABIAN STÜRTZ

Fabian Stürtz wurde 1984 in Köln geboren und ist noch heute dort beheimatet. Seit 2006 arbeitet der Autodidakt als freiberuflicher Fotograf.

www.fabian-stuertz.com

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